Heimat- und Kulturverein trauert um Ernst Scharmacher
Jemgumer prägte das ehrenamtliche Leben mehrere Jahrzehnte
Jemgum |
04. Februar 2026 |
RZ
Der Heimat- und Kulturverein Jemgum trauert um Ernst Scharmacher, der vor Kurzem im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Scharmacher war seit der Vereinsgründung im Jahr 1990 das ununterbrochen am längsten amtierende Vorstandsmitglied, wie der Verein mitteilt. Von Beginn an sei er unermüdlich tätig gewesen und habe unter anderem die Vereinsfeste und Verknobelungen gestaltet und organisiert. Außerdem habe er über viele Jahre bei den Kinderbescherungen den Nikolaus gespielt. Auch in anderen Funktionen habe Scharmacher das ehrenamtliche Leben in Jemgum maßgeblich geprägt.
In das Fischerdorf zog der in Leer aufgewachsene Scharmacher im Jahr 1964, wenige Jahre nach seiner Hochzeit mit Annette Middelborg. Zunächst widmete er sich dem Fußballsport, spielte in der ersten Herrenmannschaft des SV „Ems“ und betreute die Alte Herren. Ende der 1960er Jahre trat er dem Männergesangverein „Sängerlust“ bei. Viele Jahre war er Mitglied des Müggenmarktausschusses und verkaufte dort auch selbst Lose an einem Stand des Gesangvereins. 1963 wurde Sohn Stephan geboren, 1967 Tochter Anika. Ende der 1970er Jahre verließ die Familie das Rheiderland, um auf Borkum erfolgreich ein Einzelhandelsgeschäft zu betreiben. Nach etwa zehn Jahren kehrte sie nach Jemgum zurück.
Dort setzte der gelernte kaufmännische Angestellte seine Tätigkeit als selbständiger Kaufmann fort. Nachdem er von 1975 bis 1978 für die SPD im Gemeinderat tätig gewesen war, trat er der CDU bei und saß für die Jemgumer Christdemokraten von 1991 bis 1996 im Rat. Im Gemeindeverband wurde er zudem zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Nachdem seine Tochter Anika im Jahr 1991 Udo Reil geheiratet hatte, gründete Scharmacher gemeinsam mit seinem Schwiegersohn zur Übernahme der Schlachterei Santjer eine offene Handelsgesellschaft, heißt es weiter in der Vereinsmitteilung.
Nicht nur dem Heimat- und Kulturverein werde Ernst Scharmacher mit seinem Rat, seinem Einsatz, seinem Elan und seiner Hilfsbereitschaft noch lange in guter Erinnerung bleiben. In mehr als 60 Jahren habe er einen tiefen Eindruck in der Geschichte des Emsdorfes hinterlassen.